|
Auf einer Reise durch Frankreich besuchte ich St Michele an der Atlantikküste, jenes altertümliche Gemäuer, das inmitten eines weitläufigen Sandstrandes auf einem mächtigen und steil aufragenden Felsen gebaut ist. Das Motiv ziert millionen von Postkarten und ist weltberühmt. Ich war außerhalb der Saison zu gegen und so hielt sich die Zahl der Besucher in jenen ungewöhnlich heißen Frühlingstagen in überschaubarer Grenze. Beim schlendern in den kleinen Gassen, ich war gerade auf dem Weg zur Kathedrale, lief sie mir zum ersten Mal über den Weg. Ein bezauberndes Mädchen, wie sie französischer nicht sein konnte. Ihr leichtes Sommerkleid, es war gelb mit roten Tupfen, schwebte auf ihrer makellosen Haut und ihre dicken, schwarzen Haare glänzten schulterlang in der Mittagssonne. Als wir aneinander vorbei gingen, sah sie mich mit ihren tiefdunklen Augen neugierig an und lächelte dabei so süß, dass es mir augenblicklich heiß und kalt zugleich wurde. Solche Momente gibt es nicht oft im Leben und ich bin froh, in diesem Moment so viel Mut aufgebracht zu haben, diese Einladung anzunehmen. Wir setzten uns in das Café an der Ecke unter einen großen, gelben “Pernot” Sonnenschirm und plauderten fröhlich drauf los. Ich konnte mein Glück nicht fassen und auch sie wirkte sichtlich aufgeregt und erfreut. Erst nach einer Weile stellten wir fest, dass wir uns einander noch gar nicht vorgestellt hatten: “Angélique” “Oh, wie dieser Name doch zu Ihr paßt”, freute es mich innerlich, “die Engelhafte”. Sie sprach ihren Namen mit solch sanfter und bezaubernder Stimme, dass ich sie drei mal darum bat, sie möge ihn doch bitte wiederholen. Die Tage, die nun folgten, waren an jugendhafter Verliebtheit nicht zu übertreffen. Jede Berührng; jene Neugier, die das erste, wahrhaftige Verlangen entflammen ließ; der erste Kuss von Angélique unter der alten, knorrigen Eiche auf dem Domberg bei Sonnenuntergang. Wir verbrachten wunderbare, ungezwungene Tage in St. Michele und Umgebung. Zum Ende meines Aufenthaltes ritten wir auf einem Pferd, einem käftigen Rappen, den wir uns von einem nahen Stall ausleihen konnten, ohne Sattel und auch ohne Eile eng umschlungen an der Küste entlang. Jeder Moment entsprang wie aus einem Traum und die Zeit verging von uns unbemerkt. Wir badeten in einem Ozean aus Liebe, gleich groß dem, der uns mit seinem Rauschen die ganze Zeit begleitete. Überraschend machte das Pferd plötzlich kehrt und begann den gleichen Weg zurück zu gallopieren. Zuerst tief erschrocken konnten wir uns doch auf dem Rücken des Rappen halten und begannen nun im jugendlichen Leichtsinn lauthals zu lachen und zu juchzen. Wir hielten uns beide an seiner kräftigen Mähne fest und ich umschlang mit dem anderen Arm Angélique’s schmale Hüfte. Der Wind fegte uns entgegen und das Ross schnaubte und stampfte mit seinen Hufen in den feuchten Sand. Es war ein wilder, naturgewaltiger Ritt und entsprach wohl in diesem Moment unserer empfundenen Leidenschaft. Auf einmal stürzten wir vorne über. Ich schlug nicht all zu hart auf und rollte ein paar mal auf dem sandigen Boden entlang, bis ich schließlich auf dem Rücken liegen blieb. Für einen Moment war alles still, doch dann drehte ich mich zur Seite und sah nach Angelique. Zum Glück kam auch sie nur mit dem Schrecken davon. Wir tasteten uns behutsam ab und machten eine kurze Bestandsaufnahme. Das Pferd! Es lag auf der Seite und röchelte, versuchte aufzustehen… und dann sahen wir es! Das rechte Vorderbein war gebrochen. Dieser Moment hatte Angélique sehr mitgenommen. Bei dem lauten Knall drückte sie sich so fest an mich, daß ich ihre Fingernägel schmerzhaft in meinem Rücken spürte. Bald schon kam ein Abdecker um den großen, leblosen Körper des Pferdes auf die Pritsche zu hieven. Ich wies ihn an, mir bitte noch eine Strähne von dem prächtigen Schweif des toten Rappen abzuschneiden, die ich dann in die Tasche steckte und mich anschließend mit meiner kleinen Angélique aufmachte, zu Fuß zurück nach St. Michele zu gehen. Das Büschel schwarzer Pferdeschweif, das Angélique‘s Haaren so sehr glich, sind meine einziges Andenken an Sie - bis heute; |
Das Bild "Meine große Liebe in St. Michele" ist das letzte,
das der große Maler geschaffen hat. Es zeigt all die tiefen und großen Gefühle,
die in jenen Tagen zwischen diesen beiden Menschen heranwuchsen,
die sie auslebten und die sie mit dem traurigen Abschied für immer verschlossen haben.
Es ist ein grandioses Kunstwerk, dass jeden Betrachter in den wechselhaften Bann
der jugendlichen Unbeschwertheit, der Melancholie der Vergänglichkeit,
der leichtigkeit der Liebe und auch der Trauer des Abschieds entführt.
Es ist das Lebenswerk eines außergewöhnlichen Malers,
dass vielleicht einmal in Kürze seinen Weg an die Öffentlichkeit finden wird.
Die Maße jenes Kunstwerkes betragen: 180 x 100 cm
Interessenten:
Mailangebot hier senden